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Frieren Studenten weniger als Rentner? Warum die Koalition beim Entlastungspaket junge Menschen enttäuscht
Zusammenfassung:Die Ampel hat junge Menschen enttäuscht.picture alliance/dpa | Michael KappelerDie Ampel-Koalition h
Die Ampel hat junge Menschen enttäuscht.
picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Die Ampel-Koalition hat am Sonntag das Entlastungspaket III vorgestellt.
Für junge Menschen ist wenig dabei, sie werden sogar schlechter gestellt als Rentner: Die bekommen einen Heizkostenzuschuss von 300 Euro, Studenten lediglich 200 Euro.
Damit zeigt sich wieder einmal, dass die Politik zu wenig an die junge Generation denkt. Besonders Grüne und FDP enttäuschen damit ihre Wähler.
Dieser Artikel ist die Meinung der Autorin und vermittelt ihre Sicht. Hier findet ihr andere Informationen zum Thema.
Nun ist es da, das dritte Entlastungspaket. Und wer als jüngerer Mensch, insbesondere als Student auf die Beschlüsse schaut, muss schon genau suchen, wo an ihn gedacht wurde. Eine Stelle findet sich unter Punkt 3: Studenten bekommen einen Heizkostenzuschuss in Höhe von 200 Euro. Dass Rentner gleichzeitig 300 Euro bekommen, macht stutzig: Glaubt die Bundesregierung, dass Studenten weniger frieren als ihre Großeltern?
Diese Ungleichbehandlung fügt sich ins Bild, dass viele junge Menschen von der Politik haben. Denn während sich die Älteren stets auf Unterstützung, in Form von Rentenanpassungen und anderen Maßnahmen, verlassen können, merken Menschen unter 40, dass die Politik all die Herausforderung ihrer Generation nicht gelöst hat – egal ob Digitalisierung, Klimaschutz oder Rentensystem. Zuletzt merkten Studenten in der Corona-Pandemie, dass sie den Politikern nicht besonders wichtig sind.
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Viele Studenten hätten wohl auch über die Ungleichbehandlung beim Heizkostenzuschuss hinweggesehen, wenn das Entlastungspaket III an bestimmten Stellen anders ausgesehen hätte. Denn das Problem, das trotz Ukraine-Krieg und Energiekrise das Leben der heutigen Studenten am meisten treffen wird, bleibt die Klimakrise. Und sie verdrängen SPD, Grüne und FDP erfolgreich. Denn der – ohnehin niedrig angesetzte – CO₂-Preis wird kommendes Jahr nicht erhöht. Eine klimafreundliche Lenkungswirkung entfällt.
Nicht nur DIW-Ökonom Marcel Fratzscher zeigt sich fassungslos: „Das Aussetzen der Anpassung des CO₂-Preises ist ein katastrophales Signal für den Klimaschutz. Die Bundesregierung muss bei einem Entlastungspaket die langfristige Transformation mitdenken. Dies fehlt völlig im Entlastungspaket.
Auch viele andere Werkzeuge gehen an den Studenten vorbei: Vom Nachfolger des 9-Euro-Ticket profitieren sie nicht, weil sie meist ein Semesterticket haben, das ohnehin günstiger ist. Das Wohngeld wird erhöht? Studenten, die BaföG beziehen, sind davon ohnehin ausgeschlossen.
Das Entlastungspaket III ist ein Offenbarungseid
Es stimmt auch, dass nicht jeder Rentner nur überlegt, ob sie den nächsten Kurzurlaub in den Schwarzwald oder an die Ostsee unternehmen wird. Auch Senioren spüren die Inflation, besonders unter Frauen ist die Altersarmut hoch.
Und ja, Rentner müssen den Heizkostenzuschuss versteuern, sodass bei vielen unter dem Strich weniger als die 300 Euro bleiben wird. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass der einmalige Zuschuss weder für Studenten noch für Rentner reicht.
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Was aber bei vielen jungen Menschen vom Entlastungspaket III hängen bleiben wird, ist eine politische Botschaft. Denn die Ampel hat gezeigt, wo sie steht. Die SPD ist eine Partei, die von vielen Menschen über 60 gewählt wird, sie entscheidet sich im Zweifel für die Rentner und gegen Studenten. Doch besonders junge Wähler machten bei der Bundestagswahl ihr Kreuz häufig bei Grünen und FDP. Je 23 Prozent der Erstwähler wählten eine der beiden Parteien. Dass sie in den Verhandlungen nicht mehr für junge Menschen herausholten, ist eine Enttäuschung.
Es gehört zu den Wahrheiten dieses Landes, dass sich die Politik zu wenig um junge Menschen kümmert. Dass die vermeintlich progressive Ampel-Koalition hier den Kurs der Vorgängerregierungen fortsetzt, hat man nun schwarz auf weiß.
Was ist Eure Meinung? Diskutiert mit dem Autor auf Twitter oder schreibt uns eine E-Mail an meinung@businessinsider.de.
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