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Dieser Frühindikator zeigt, wie schlecht es um die Baubranche steht – und warum in Zukunft noch weniger Wohnungen gebaut werden
Zusammenfassung:Abrissunternehmen melden schon seit Monaten einen Auftragsrückgang.picture alliance / Jochen Tack |
Abrissunternehmen melden schon seit Monaten einen Auftragsrückgang.
picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack
Abbruchunternehmen stehen oft am Beginn eines Bauprozesses, weil sie einen Bauplatz räumen und herrichten. Somit sind sie ein Frühindikator, wie sich die Bautätigkeit in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln wird.
Ihr Verbandschef Johann Ettengruber schlägt nun Alarm. Es gebe schon seit vergangenem Jahr einen drastischen Rückgang der Aufträge, sagt er.
Man muss also damit rechnen, dass sich beim Wohnungsneubau in den kommenden Jahren nur wenig tun wird. Zahlen vom ifo-Institut bestätigen diesen Trend.
Seit Jahren klagen besonders die Menschen in Großstädten über steigende Wohnkosten. Die Mieten steigen vielerorts schneller als die Löhne und eine Wohnung zu kaufen, können sich selbst Akademiker mit guten Gehältern nicht mehr leisten. Um dieses Problem zu bekämpfen, hat sich die Bundesregierung ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Jedes Jahr sollen 400.000 neue Wohnungen fertig gebaut werden, so steht es im Koalitionsvertrag. Doch die Aussichten, dass das noch erreicht wird, sind mau.
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Das sieht man an einem wichtigen Frühindikator für die Bauwirtschaft: den Abrissunternehmen. Sie sind die ersten auf der Baustelle, ohne dass sie ein altes Haus abreißen oder den Baugrund herrichten, kann niemand etwas Neues bauen. Spricht man mit Kennern der Branche, so sprechen die von einem erheblichen Auftragsrückgang. Das bedeutet: Bauherren fahren ihre Aktivität zurück.
Deutlicher Auftragsrückgang seit Sommer 2021
Johann Ettengruber ist Geschäftsführer eines Abbruch- und Tiefbauunternehmens in Bayern und Vorstandsvorsitzender des Branchenverbandes. Er sagt: „Wir erleben seit Sommer 2021 einen deutlichen Auftragsrückgang.“ Besonders Großprojekte seien in letzter Zeit abgesagt worden. „Der Kontrast zu den vergangenen zehn Jahren könnte kaum größer sein. Das war ein wirklich langer Immobilienboom, bei vielen Bauherren hatte man das Gefühl, dass der Preis keine Rolle spielt.” Seit einiger Zeit folgen nun immer mehr Auftragsstopps. Viele in der Abbruch-Branche hätten Kapazitäten aufgebaut, Maschinen gekauft, sagt Ettengruber. Doch die Aufträge werden weniger. Und das deutet darauf hin, dass sich das Klima in der Bauwirtschaft abkühlt.
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Schon jetzt deutet sich an, dass in den kommenden Jahren viel weniger Wohnungen fertig werden als die von der Bundesregierung versprochen 400.000. Bereits 2021 wurden lediglich rund 290.000 Wohnungen gebaut. Wie viele es in diesem Jahr werden, dazu wagte Bauministerin Klara Geywitz (SPD) in dieser Woche im Interview mit Business Insider noch keine Prognose. „Genaue Fertigstellungszahlen gibt es erst im Mai 2023, sagte sie. Doch Experten sind sich einig, dass die erhoffte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt wohl ausfallen wird.
Auch über die Abbruchwirtschaft hinaus gibt es alarmierende Zahlen aus der Baubranche – und diese treffen besonders den Wohnungsbau. Laut Zahlen des ifo-Instituts in München brachen die Aufträge beim Wohnungsbau um 18 Prozent ein. Die Stimmung in der Branche ist laut Befragungen so schlecht wie seit sechs Jahren nicht mehr. Dass die Wohnungsknappheit durch den Neubau in den nächsten Jahren gelindert wird, ist also nicht zu erwarten.
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